Unterlassene Hilfeleistung beim Arzt

Immer mehr Arztpraxen weigern sich, Patient*innen zu behandeln, wenn diese keinen Mundschutz tragen. Dabei ist es ihnen offenbar egal, dass es derzeit praktisch kaum entsprechenden Masken zu kaufen gibt. Eine kleine Umfrage ergab, dass in drei von fünf Moabiter Praxen Patienten ohne Schutz abgewiesen werden. In einer der Praxen saß aber z.B. eine Frau mit einer weitmaschigen Stola über dem Gesicht, die mit Sicherheit kein einziges Tröpfchen abhält.
Wenn Ärzte Kranke ablehnen, die zu ihnen in die Praxis kommen, machen sie sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Zumal wenn sie das Angebot abweisen, dass man auf dem Treppenflur warten könnte, wenn man keinerlei Corona-Verdachtssyntome aufweist. Die Tatsache, dass Patienten in ihrer Praxis nicht mehr behandelt werden, ist moralisch und rechtlich ein Skandal. Es ist an den Praxen, entsprechend flexibel zu sein und notfalls die Voraussetzungen dafür zu schaffen, Kranke ggf. räumlich voneinander zu trennen, wenn manche keine Masken oder Schals besitzen. Sie von der medizinischen Versorgung auszuschließen, kann keine Lösung sein!

 


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