Protest gegen Abbau der Friedensstatue

Seit Ende September 2020 steht in der Birken­straße eine soge­nannte Frie­dens­statue Ari. Sie erin­nert an die massen­hafte sexu­elle Ausbeu­tung von Mädchen und Frauen durch japa­ni­sche Soldaten im Zweiten Welt­krieg. Unter den rund 200.000 Opfern waren auch Korea­ne­rinnen und so wundert es nicht, dass es der Moabiter Korea-Verband war, der die Aufstel­lung der Statue orga­ni­siert hat.

Die japa­ni­sche Botschaft forderte sofort die Entfer­nung der Frie­dens­statue, weil sie nicht wollte, dass an diesen Makel ihres Staates erin­nert wird. Der dama­lige Bezirks­bür­ger­meister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), machte sofort einen Kotau und ordnete den Abbau der Statue an. Dazu kam es vorerst nicht, denn auch die Mitglieder der eigenen Partei soli­da­ri­sierten sich mit dem Korea-Verband und seiner Erin­ne­rungs­statue.

Nachdem im Früh­jahr nun der Regie­rende Bürger­meister Kai Wegner (CDU) in Japan war, griff auch er das Thema auf und forderte den Abriss der Frie­dens­statue. Angeb­lich würde sie eine „einsei­tige“ Sicht darstellen. Das stimmt, sie vertei­digt tatsäch­lich nicht die Sicht der Täter, was wohl auch selbst­ver­ständ­lich ist.
Leider stellt sich auch die heutige grüne Bürger­meis­terin von Mitte, Stefanie Remlinger, nicht schüt­zend vor diese Mahn­statue, sondern recht­fer­tigt deren Abbau bis zum September mit formalen Gründen.
„Die Stra­ßen­son­der­nut­zung eines privaten Kunst­ob­jektes kann immer nur temporär sein. … Mitt­ler­weile hat das Rechtsamt sowohl die bereits erfolgte Duldung rück­wir­kend für rechts­widrig erklärt als auch eine weitere Verlän­ge­rung der Stand­ge­neh­mi­gung bzw. Duldung oder gar eine Verste­ti­gung der Statue explizit ausge­schlossen.“

Derzeit ist also davon auszu­gehen, dass sich auch der Bezirk Mitte nicht mehr für den Erhalt der Statue einsetzen wird. Der Korea-Verband protes­tierte deshalb heute an der Statue gegen ihre Entfer­nung. Er versucht nun auch mit einer Unter­schrif­ten­samm­lung, den Abriss der Statue Ari zu verhin­dern. Mitt­ler­weile sind über 30.000 Unter­schriften zusam­men­ge­kommen.
Zur Unter­schrif­ten­samm­lung

Foto: Heiko Zapke


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