Demonstration “Tod im Gewahrsam”

Etwa 1.000 Menschen zogen gestern Nachmittag in einer Demo von der JVA Moabit in den Wedding. Anlass war der Tod von Ferhat Mayouf, der am 23. Juli 2020 in seiner Gefängniszelle verbrannte. Die Gefängnisleitung, Polizei und Justiz erklärten den Fall zu einem Suizid und sprechen sich damit von jeder Verantwortung frei. Hintergrundinformationen und Augenzeugenberichte zeichnen allerdings ein anderes Bild: Ferhat Mayouf war psychisch instabil und sprach von Depressionen. Er bekam durch den Knast jedoch keine Unterstützung, im Gegenteil wurde er 23 Stunden täglich eingeschlossen und isoliert. Rippenbrüche weisen auf mögliche Misshandlungen durch WärterInnen hin. Als die Zelle brannte, sollen JVA-MitarbeiterInnen vor der Tür gestanden und nichts unternommen haben. Auch auf Hilferufe von anderen Gefangenen reagierten sie nicht. Das macht deutlich: Ferhat Mayoufs Tod war offenbar kein tragischer Unfall, kein freier Entschluss zum Suizid.
Für die Verantwortlichen folgten keine Konsequenzen, bis heute. Das ist kein Zufall – und vor allem kein Einzelfall.
Die Demonstration soll von der Polizei sei eng begleitet sein und die TeilnehmerInnen teilweise so zusammengedrückt worden sein, dass kein Abstand mehr möglich war. Auch wurde nur eine einzige Fahrspur freigegeben.

23.01.2021 um 14 Uhr
Carl-von-Ossietzky-Park, gegenüber Alt-Moabit 12 A

 


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