Stadtgesichter III. – Erinnerungen für die Zukunft

12 Filmporträts. 1 Ausstellung. 4 Events

Am Donnerstag, 13. August, laden “Kino für Moabit” und NomadicArt zu einer Performance mit Ki Park ein.
Die Künstlerin wird in einer Schau mitten im Straßenleben vor dem Rathaus Tiergarten Porträts von Moabiter*innen und zufälligen Passant*innen zeichnen. Es dreht sich um Gesichter, Erinnerung und Liebe.

Mit STADTGESICHTER III setzen „Kino für Moabit“ und die Kulturplattform NomadicArt ihre Arbeit mit Filmen über Moabit, mit den aktuellen und den erinnerten Bildern des Stadtteils fort. Ausgangspunkt des Film- und Ausstellungsprojekts, das vom 7. bis 31. August in mehreren öffentlichen Räumen entlang der Turmstraße präsentiert wird, sind die filmischen Aufzeichnungen, die in der Nachkriegszeit und bis in die 1990er Jahre im Auftrag der Landesbildstelle Berlin hergestellt wurden und jetzt im Berliner Landesarchiv aufbewahrt werden. Die Archivfilme zeigen Moabiter Straßen, Häuser, die zum Teil noch kriegszerstörten Brücken, Arbeitsalltag beim Straßenbau und im Großmarkt, Geschäftsleben, Freizeitaktivitäten. STADTGESICHTER III macht diese Filmschätze beim gemeinsamen Anschauen und in gefilmten Gesprächen mit Moabiter*innen, die schon in den 1960er/1970er Jahren (oder noch früher) im Stadtteil gelebt haben, zum lebendigen Archiv. Es entstanden 12 Filmporträts, in denen 14 Menschen vom Leben in Moabit erzählen. 14 Protagonist*innen – zwischen 60 und über 90 Jahre alt, in Moabit geboren oder als junge Erwachsene zugezogen, manche aus der Türkei oder anderen Ländern eingewandert, einige von ihnen in einschlägigen Moabiter Unternehmen, Läden, Lokalen erwerbstätig – berichten von teilweise vergessenen Moabiter Orten und Alltagsritualen, vom Leben als Kind oder als Familie im Nachkriegsberlin, von ihrer Wahrnehmung des gesellschaftlichen und städtischen Wandels.

Welche Erinnerungen lösen die alten Schwarz-Weiß-Bilder des Stadtteils aus? Was bestimmte das Leben in Moabit – vor 50 oder 60 Jahren, und was ist jetzt anders? Welche Entdeckungen und welche Empfindungen stellen sich bei einer solchen filmischen Zeitreise ein? Zeigen die alten Filme eine eher ferne und fremde, oder eine nahe und vertraute Welt? Welche Rolle spielen überhaupt die medialen Überlieferungen für unser Bild von der Vergangenheit?

13. August 2020, 18 – 21 Uhr
Vor dem Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz

 


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